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seit dem 14. Juni 2004

Sie feiern heute den Gottesdienst in Neesen mit. Vielleicht, weil Sie es so gewohnt sind; vielleicht auch, weil Sie längere Zeit dem kirchlichen Leben fern geblieben sind und gerade heute wieder einen Gottesdienst besuchen möchten. Vielleicht sind Sie hier, weil Sie zu einer Taufe geladen wurden oder einen lieben Menschen verloren haben. Im Folgenden möchten wir Ihnen erzählen, wie wir in Neesen Gottesdienst feiern und warum wir gerade diese Form gewählt haben.

Das Wort Gottesdienst meint zweierlei:
zuerst meint es, dass Gott uns dient und zum Anderen lädt Gott uns ein, ihm zu dienen. ER möchte uns begegnen in Taufe und Abendmahl und schenkt uns sein Wort; wir antworten mit Singen, Beten und Danken. Diese Wechselbeziehung durchzieht den ganzen Gottesdienst, dem eine Ordnung, die wir Liturgie ( gr.:= Gottesdienst ) nennen, zugrunde liegt.

Wir kommen an
Ein kurzes Gebet  im Stehen - bevor wir uns setzen - hilft uns, auf den Gottesdienst uns einzustimmen. Gott hat versprochen, zu uns zu kommen, wenn wir ihn nur darum bitten.

1. Die Eröffnung des Gottesdienst

Nach dem Läuten der Glocken wird der Gottesdienst musikalisch mit Orgel- oder Klaviermusik eröffnet.

2. Wir beten Gott an und bitten ihn um Vergebung

Die Anbetung Gottes, Lob, Klage und Bitte um Vergebung bestimmen den folgenden Teil, der Wechsel zwischen Gemeinde und Pfarrer/Liturgen gestaltet wird.

Eingangslied
Nach dem Eingangslied macht der Leiter des Gottesdienstes mit den Worten Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes  deutlich, dass alles, was wir im Gottesdienst machen, im Namen Gottes geschieht und er es ist, der uns im Gottesdienst miteinander verbindet.

Eingangspsalm
Wir beten ihn im Wechsel, die Nummer des jeweiligen Psalmes ist in der Kirche angeschlagen. Der Psalm nimmt oft das Thema des Gottesdienstes auf.

Ehr sei dem Vater ...
Das Psalmgebet schliesst mit dem Lobpreis der Gemeinde Ehr sei dem Vater. Wir loben Gott, nachdem wir Worte des Alten Bundes gebetet haben, mit dem neutestamentlichen Hinweis auf den Sohn und den Geist.

Sündenbekenntnis und Zusage der Gnade Gottes
Wir treten vor Gott in dem Bewußtsein, dass zwischen ihm und uns, anderen Menschen und uns, dieser Erde und uns und uns selbst nicht alles in Ordnung ist. Wir können nur dann die Gegenwart des Heiligen Gottes erbitten, wenn uns deutlich ist: wir stehen vor ihm mit leeren Händen, ihm können wir nichts bringen - ausser unserer Schuld. So bitten wir Kyrie eleison - Herr, erbarme dich. Bekenntnis der Schuld und Zusage der Vergebung gehören zusammen. Auf die Zusage der Vergebung ( ein Wort aus der Bibel )  antworten wir mit unserem Dank und loben Gott. Die Anbetung beginnt mit: Ehre sei Gott in der Höhe, - und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen und setzt sich in einem Lied fort: Allein Gott in der Höh sei Ehr ( EG 179,1 ) oder Ich lobe meinen Gott ( EG 673 ).

Im Anschluss daran bitten Pfarrer und Gemeinde gemeinsam um den Beistand des Geistes:
Der Herr sei mit euch - und mit deinem Geist. Nun endet der erste Teil des Gottesdienstes. In einem Gebet werden alle Elemente noch einmal zusammengefasst ( deshalb heißt dieses Gebet auch Kollektengebet ). Der Anrufungsteil ist beendet.    

3. Verkündigung und Bekenntnis

Lesungen
Hier liest ein/e Preybyterin oder LektorIn (lat. = Vorlesender) Worte aus der Bibel. Für jeden Sonntag sind bestimmte Bibelworte vorgegeben.

Wir haben uns im Leitungskreis der Gemeinde bewußt dafür entschieden, die Lesungen nicht ausschließlich nach Luther zu halten. Oft ist gerade im Alten Testament und bei der Brieflesung die "Hoffnung für Alle" (moderne Übersetzung) die für uns verständlichere Wahl.

Altes Testament - wir denken daran, dass Jesus Jude war und hören auf Worte, die an Israel und die Menschen des Altes Bundes gerichtet sind. Im Anschluss an diese Lesung antwortet die Gemeinde mit einer Liedstrophe

Epistel = Brieflesung
Sie endet ( bis auf die Sonntage in den Busszeiten - erkennbar an der violetten Farbe des Altarschmuckes ) mit dem Halleluja der Gemeinde als Dank an Gott, der uns sein Wort schenkt.

Evangelium

Glaubensbekenntnis
Nachdem die Lesungen Gottes Wort verkündigt haben, bekennt sich die Gemeinde im Glaubensbekenntnis zu ihrem Gott. Wir beten im Normalfall das Apostolische Glaubensbekenntnis

( EG S. 1646 ), an hohen Feiertagen das Nicaenum . Wir stellen uns so ganz bewußt in die weltweite Gemeinde Jesu Christi. Auch ein Glaubenslied kann die Antwort auf das gehörte Wort Gottes sein.

Lied vor der Predigt
Dem Glaubensbekenntnis folgt ein Lied der Gemeinde, das thematisch zur Predigt überleitet. Es ist entweder ein neues Lied, das noch nicht im Gesangbuch verzeichnet ist oder das Wochenlied, das diesem bestimmten Sonntag wie die Lesungen zugeordnet ist und jährlich an dieser Stelle wiederkehrt. In unserer Gottesdienstfeier sammeln wir die Gabe für Not in der Nähe und Ferne ein.

Predigt
Nachdem wir uns im Glaubensbekenntnis zu dem Dreieinigen Gott bekannt haben, begegnen wir in der Predigt dem Ruf und Anspruch Gottes.

Musik nach der Predigt
Es tut uns gut, nicht gleich dem Hören der Predigt das nächste Lied zu singen. Ruhige Musik am Klavier hilft uns, unser Leben vor Gott zu betrachten und Gedanken der Predigten nachzudenken.

Lied nach der Predigt
Der Predigt folgt ein Lied, in dem die Gemeinde bittend oder dankend Gedanken der Predigt aufnimmt.

Abkündigungen II
Wir werden auf Menschen aus unserer Gemeinde aufmerksam gemacht, die in besonderer Weise  unserer Fürbitte oder tätigen Hilfe bedürfen. Wenn ein Mensch aus unserer Gemeinde abgerufen und kirchlich beerdigt wurde, denken wir an dieser Stelle an ihn und befehlen die Angehörigen der Gnade Gottes an ( Lieder hierzu: 85, 9-10 // 115,6 // 652 i. Besondere Anliegen können dem Pfarrer vor dem Gottesdienst genannt  werden. Vor wichtigen Lebensabschnitten ( Operationen, Berufsentscheidungen ... ) kann der Segen Gottes  erbeten werden.

Allgemeines Kirchengebet
Wir beten

- für die Kirche in allen Teilen der Welt

- für unseren eigenen Lebensbereich, unseren Ort, unser Land und seine Regierung

- für alle Menschen, die Leiden müssen.

Wir breiten in diesem Gebet das ganze menschliche Leben mit allen seinen Sorgen und Nöten vor Gott aus und geben unserer Sorge so ein Adresse.

Vater Unser
Das Gebet des Herrn sprechen wir gemeinsam. Die ersten drei Bitten eröffnen einen Ausblick auf das Reich Gottes, die nächsten drei Bitten stellen die Verbindung zu unserer Gegenwart her. Die letzte Bitte macht deutlich: die Erlösung von allem Bösen ist nur durch Gott, nicht durch Menschen möglich.

4. Sendung und Segnung

Sendung
Wir werden aus dem Gottesdienst wieder in unsere Welt und unseren Lebensbereich ausgesandt, um als Christen unsere täglichen Aufgaben anzunehmen und für unsere Mitmenschen dort einzutreten, wohin Gott uns gesandt hat. Dazu wird uns die Hilfe Gottes zugesagt.

Segenslied
Bevor der Liturg uns den Segen Gottes zuspricht, bitten wir in einem Lied gemeinsam darum.

Segen
Auf dem Weg durch die Woche soll uns Gott begleiten, des halb wird sein Name auf uns gelegt.
Dies erbittet der Leiter des Gottesdienstes für uns.

Nachspiel
Mit dem Nachspiel klingt der Gottesdienst aus und Sie sind herzlich zum anschliessenden Kirchen-Café eingeladen.

    
Pfr. Eckart Zinnke