Ein einziges großes Jubilieren
Pr. Oldendorfer Wettbewerb „Sing’n’win“ findet großen Anklang beim Publikum und den Chören
VON CHRISTIANE TIETJEN
Pr. Oldendorf. „Halleluja“ – mit diesem Jubelruf endete die Vertonung des 117. Psalms „Lobet den Herrn, alle Völker“ des Bünder Kirchenmusikers Hans-Martin Kiefer für den Wettbewerb „Sing’n’win“ in Pr. Oldendorf. Vor dem schönen spätgotischen Altar der St. Dionysiuskirche erklang neuzeitliche Chormusik, so bunt und vielfältig, wie man das schon lange nicht mehr erlebt hat (die NW berichtete).
Elf Chöre aus dem gesamten Kirchenkreis Minden - Lübbecke waren angetreten zu dem vom Kirchenkreis Lübbecke, der evangelischen Gemeinde Pr. Oldendorf und dem Verein Pr. Oldendorf-Marketing und nicht zuletzt Kreiskantor Heinz-Herrmann Grube vorbereiteten Wettbewerb für Pop-,Jazz- und Gospelchöre.
Preise von 700 Euro, 400 Euro und 200 Euro waren ausgeschrieben für die Gewinner, und so war den Chören auch nicht zu verdenken, dass sie aufgeregt waren. Aber: Konkurrenz belebt das Geschäft – die Herausforderung war Ansporn und Motor für großartige, junge Musik.
Vorgabe war ein maximal 15-minütiger Auftritt, der neben frei gewählten Stücken die Komposition Hans-Martin Kiefers enthalten musste. So verschieden sich die Chöre präsentierten – von Robe bis Jeans mit T-Shirt war alles dabei – so variabel waren auch die musikalischen Darbietungen: Hier wurde die ganze Palette aller möglichen Stilrichtungen geboten. Jazzig swingend, afrikanisch-rhythmisch, innig und leise bis zu fröhlich-lautem Jubel. „Schön, dass diese Musik viele Altersstufen anspricht. Die Begeisterung war so ansteckend, dass man sich ihr nicht entziehen konnte“, so das einhellige Urteil der großen Besucherzahl. Insgesamt mehr als 1.000 Menschen wurden über den Nachmittag gezählt.
Als Jury-Mitglieder konnten gewonnen werden Dr. Margarete Döring vom Stadtmarketing Pr.Oldendorf, die Mindener Sängerin und Gesangspädagogin Susanne Eisch, Kreiskantor im Kirchenkreis Lübbecke Heinz-Herrmann Grube und Ulrich Hirtzbruch, Landeskirchenmusikdirektor der ev. Kirche von Westfalen. Chorklang, Rhythmus, Stilsicherheit und Präsentation sollten bewertet werden, des weiteren auch, ob der Funke beim Publikum übersprang.
Schon am Beifall ließ sich ablesen, dass „Vokal fatal“ aus Espelkamp unter Leitung von Roger Bretthauer mit Matthias Westerkamp am Klavier, Wilfried Diekemper am Saxofon und Christian Kramer am Schlagzeug wohl den Spitzenreiter machen würde. Gemeinsames Swingen und ansteckende Leidenschaft überzeugten. Aber auch das jazzbetonte Repertoire des Jazzchores Minden unter Pitt Witt wurde so gekonnt dargeboten, dass ihm ein zweiter Platz sicher war.
Mit dem dritten Platz belohnt wurde „It’s go(o)d“ aus Porta Westfalica, der 2001 aus einem Kinderchor entstanden ist und mit seinen jungen Stimmen hinreißend frisch und natürlich ankam.
Großes Finale am Schluss: Alle Sängerinnen und Sänger kamen noch einmal auf die Bühne und intonierten unter stehenden Ovationen „Preist den Herrn, alle Völker“ mit Roger Bretthauer als Dirigent. Hans-Martin Kiefer ließ es sich nicht nehmen, am Klavier seine Komposition selbst zu begleiten. Mit den Worten „Ich wundere mich, dass unser Kirchendach nicht weggeflogen ist, so kraftvoll ist diese Musik“, machte Pfarrerin Antje Kastens als Mitorganisatorin deutlich, wie erfreut sie über den großen Anklang war, den die Veranstaltung fand.
Quelle:
© 2008 Neue Westfälische Zeitung für den Altkreis Lübbecke
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Datum:
17.06.2008